Allerweltslösung e-Learning - Grenzen - Nutzen und Anforderungen

15:24:19 19.05.2015 gepostet von Steigele um 15:24:19 19.05.2015

Warum haben Sie sich im Unternehmen für e-Learning entschieden? - Weil es die kostengünstigste Option war und weil wir dadurch unsere Mitarbeiter noch im Alltagsbetrieb halten konnten!

Nun, beide Antworten mögen so Ihre Berechtigung haben, wer aber jetzt als Leser erwartet, dass eine Arie für Klassenraumtrainings und andere konventionelle Bildungsformate folgt, oder noch schlimmer glaubt, es werde hier den preislich höher angesiedelten Trainingsformaten der rote Teppich ausgerollt, der darf gleich wegklicken.

Als Blog-Autor  verwahre ich mich kategorisch gegen ertragstechnisch optimierende Dilletantismen im Verkauf von Kursformaten.

Ich stelle eher die Frage unter welchen Vorgaben, jene handeln, die diese e-Learnings entwickeln und wo daher die Vorteile und Grenzen dieser Bildungsformate liegen.

Der Ausgangspunkt jeglichen e-Learnings (Im Sinne von Wind-Rewind-Technologie, Gaming-Aspekten und Simulationen und weil wie so oft im angloamerikanischen Raum erstmals angewendet) ist die sogenannte Bloomsche Taxonomie des Wissens (die Graphik stammt von Wikipedia).

 


Grundlegend wird hier davon ausgegangen, dass man sich zuerst an spezifische Termine einer Begriffswelt erinnern bzw. zurechtfinden soll, dann deren Bedeutung und den Kontext versteht (im Sinne eines Terminus X steht in Zusammenhang mit Terminus Y) um schlussendlich spezifische Schritte setzen zu können (Apply).

Anders ausgedrückt, zuerst die Fachsprache verstehen, vom einzelnen Wort zur Wortkette gehen und am Ende den Sinn zuordnen können. Das ob etwas Sinn macht, wie es eingesetzt werden soll und das weiterentwickeln vielleicht überkommener Begriffsstrukturen steht also am Ende dieser Lernpyramiden.

Genau diese Systematik schlägt sich daher bei den jeweiligen Kursformaten in den jeweiligen Lernplänen durch (Lateinisch bzw. englisch Syllabus). Bei fast allen Grundlagenkursen (gesichtet wurden die Lehrpläne zu ITIL®, CobIT, TOGAF, BPMN, Scrum, PMI und Prince2®) wurde spätestens bei den Prüfungsfragen auf den jeweiligen Lernlevel hingewiesen. Ein Verstehen und Zuordnen stand also dort im Vordergrund.

Nicht umsonst wiesen und weisen in dem Bereich angebotene Kursformate die klassichen "Lehrvideos", Crosswords und Verknüpfungsübungen und die typischen Multiple-Choice-Simulationen auf, die sicherstellen konnten, dass man sich zuerst in der jeweiligen Begriffswelt zurechtfinden sollte. Nicht mehr und nicht weniger.

Anders sieht es mit den "Simulationen und Games" aus. Dort ging es und geht es definitiv um das Anwenden von begrifflich zuvor gefestigten Themenkomplexen im Sinne von "Was geschieht, wenn..". Nicht umsonst sind derlei Trainings auch nicht mehr so günstig zu haben. Die heutigen Mitinhaber von AXELOS (den Rechteinhabern von ITIL®) kamen übrigens aus diesem Segment und wurden wahrscheinlich aufgrund dieses Backgrounds als die neuen Vermarkter von ITIL® und Prince2® auserkoren.

Ob dieser Entscheid richtig war, sei jetzt mal dahingestellt. Aber Simulationen laufen eben unter anderen Vorgaben und liefern vor allem im technischen Kontext, sind im Nachstellen von Abläufen und im konkreten Erkennen von Ursache und Wirkung viel wirkungsvoller als klassische "Wind-Rewind-Videos".

 

 

 

Die Königsklasse des Lernens ist und bleibt aber die "Instruction", also das konkrete Vermitteln und Anwenden jener Bausteine, Anwendungsszenarien und Praxisbeispiele, die ein Hinterfragen, Bewerten und Verbessern vormals geschaffener Arbeits- und Begriffswelten ermöglicht, ist doch nur das Wissen wirklich von Wert, dass ausgebaut und gegebenenfalls auch verworfen werden darf!

Und nun ist fertig mit den akademisch gefärbten Erklärungen. Die obige Logik erzwingt bei Anwendern und Bedürfnisträgern und bei kompetent agierenden Kurseinkäufern eine wahrscheinlich von der derzeitigen Praxis abweichende Zielgruppendefinition.

Demnach wären E-Learnings nicht wie zu Beginn wegen Preis und zeitlicher Flexibilität das Format der Wahl, sondern weil damit folgende Zwecke verfolgt werden

  • Führungskräfte, welche ihre Fachkräfte und Berater sollen im Kurs lernen Begriffwelten zu verstehen, über die Sie entscheiden müssen
  • Projekt- und Programmsponsoren, die spezifische Ergebnisse abnehmen sollen, sollen an Sitzungen dem Fachkauderwelsch der Umsetzer nicht schutzlos ausgeliefert sein und damit nicht ausschliesslich auf ihren politischen Instinkt und ihr Bauchgefühl vetrauen müssen
  • Mitarbeiter und Freiberufler sollen durch Begriffskenntis schneller und zielführender in Projekten schneller einarbeiten und damit auch  handeln können
  • Begriffsstandards sollen sich in Unternehmen zeitlich unabhängig und doch stetig etablieren können, ohne ständig Mitarbeiter in Schulungsräumen zu binden
     

Das Thema beim Kurseinkauf wäre demnach  nicht der Preis pro Kurs, sondern wie weit und für welchen Zweck die Wirkung der Wissensinhalte reichen soll.

In dem hier zititerten Sinne würde aber auch ich E-Learnings empfehlen (Ein Klick zu diesem Katalog ist sicher kein Fehler).

Für Sie als Leser aber mag im Falle eines E-Learnings folgendes als Kriterium gelten:

  1. Sie wollen sich Grundlagen- oder Kontrollwissen aneignen
  2. Sie wollen dabei zeitlich unabhängig lernen
  3. Sie wollen sich auch spielerisch der Thematik nähern
  4. Sie akzeptieren, dass viele Trainings mit höherem Niveau eben nur in Englisch verfügbar sind
  5. Sie nehmen die Preisvorteile des E-Learnings mit, weil sie wissen, dass gute Instruktion eben auch seinen Wert hat.
  6.  

     



 

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